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Zwiebeln statt Chemikalien

Der Ärger über Kleidungshersteller und viel Experimentierfreude führten Oliver Mayer zur Gründung eines Textilunternehmens. Das junge Label Fairbiolous steht für fair gehandelte Shirts aus 100% Bio-Baumwolle. Alles natürlich gefärbt.

Oliver Mayer hat ein Problem damit, Kleidung einzukaufen. Wenn er in einen Laden geht, findet er kaum Sachen, die er tragen will. Und auch moralisch gibt es ein Problem. Immer öfter fragt er sich: Wie kann ein T-Shirt ordentlich produziert sein, wenn es für weniger als fünf Euro im Laden verkauft wird. Zeitungsartikel wie „Das Welthemd“ (http://www.zeit.de/2010/51/Billige-T-Shirts) von Zeit-Redakteur Wolfgang Uchatius geben eine Antwort: Die meistens in Taiwan oder Vietnam hergestellten Produkte werden unter Bedingungen gefertigt, die als menschenunwürdig bezeichnet werden können. Mayer wollte da nicht mehr mitmachen. Aber wie Kleidung moralisch richtig einkaufen, deren Herstellungsketten für den normalen Kunden nicht nachvollziehbar sind? Oliver Mayers Antwort hieß: Zwiebeln.

Nussschalen und blassgelbe Shirts

In einem Lehrbuch über Stricken und Kleiderherstellung findet seine Mutter ein Rezept, um T-Shirts selbst zu färben - mit Naturmitteln. Der Student geht selbst in den Wald und hebt Zwiebel- und Nussschalen auf. Mayer benutzt sie zu Färbezwecken. Er kauft einen 30-Liter Kochtopf, bestellt Baumwoll-T-Shirts aus deutscher Produktion und fängt an zu experimentieren. Die ersten Versuche enden in üblem Gestank, sauren Nachbarn und verwirrten Freunden. Alles nur für ein blassgelbes T-Shirt, das schon nach dem ersten Waschen wieder weiß ist. „Meine Freunde haben mich dann gefragt, wann ich denn endlich mal Shirts herstelle, die auch den ersten Waschgang überstehen“, muss Mayer heute selbst lachen. Es ist der Startschuss zur Gründung eines Unternehmens. Binnen kurzer Zeit recherchiert der Student über die Organisation „Fair Trade“ einen lizenzierten T-Shirt-Fabrikanten im indischen Kalkutta, der seine Produkte unter nachprüfbaren Bedingungen herstellt und seine Angestellten ordentlich behandelt und bezahlt. 

Professionell bedeutet teuer

Dann werden Fotos mit Models gemacht, die erste Lieferung aus Indien kommt an. Mayer nimmt noch zwei weitere Partner mit ins Boot. Lars Zimmermann erstellt und programmiert die Website, Tobias Kiessling steht mit Rat und Tat bei Gründungsfragen zur Seite. Jeder der Helfer und Spender ist ein Freund von Mayer. Sie alle wollen beim ambitionierten Shirt-Projekt helfen. Der Verkauf der ersten 800 Shirts läuft gut an. Dazu liefert Mayers Mutter mit anderen Bekannten selbst gefärbte und gehäkelte Baumwollmützen. Fairbiolous verdient sich das „Fairtrade“-Zertifikat und spendet einen Euro pro verkauftem Produkt an die Organisation „Steps for Children“. Billig ist das nicht, daher haben die Produkte einen gewissen Preis. Aber das junge Unternehmen kann nur so dazu beitragen, Kleidung fair herzustellen. Fairbiolous will eine Situation schaffen, in der jeder von einem T-Shirt profitiert. „Ich denke, bei uns haben einfach alle etwas davon: Hersteller, Marke und Kunde“, so Mayer. Der junge Designer hofft, dass große Hersteller es ihm irgendwann gleichtun. Sowohl als Kunde, wie auch als Verkäufer: Mayer gibt gerne mehr aus, damit auch er im Laden mal ein Kleidungsstück kaufen kann.

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Fotos Oliver Mayer